
Auf Wunsch der rheinland-pfälzischen Ministerin für Umwelt, Katrin Eder, informierten wir sie bei einem Treffen über unsere Arbeit und teilten unsere Erfahrungen mit der Rückführung von Leerständen in eine sinnvolle Nutzung. Das Gespräch war von Offenheit, gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Verständnis für die Herausforderungen unserer Innenstädte geprägt. Schnell wurde deutlich: Leerstand ist kein Randthema, sondern ein zentrales Problem für Lebensqualität, Klimaschutz und soziale Teilhabe. Umso wichtiger war es, dass sich beide Seiten auf Augenhöhe begegneten und das gemeinsame Ziel teilten, die Landauer Innenstadt lebendig, vielfältig und zukunftsfähig zu gestalten. Der Austausch hat gezeigt, wie wertvoll der Dialog zwischen Zivilgesellschaft und Politik ist – und wie viel Potenzial in gemeinsamer Lösungsfindung steckt.
Ein zentraler Punkt des Treffens war auch der Blick auf das, was bereits erreicht wurde. Die Leerstandsinitiative hat maßgeblich dazu beigetragen, das Thema Leerstand in Landau aus der Nische in den öffentlichen Diskurs zu holen. Leerstehende Gebäude und ungenutzte Flächen werden heute stärker wahrgenommen, diskutiert und als gestaltbare Ressource verstanden. Besonders das Zwischenwohnen-Programm hat gezeigt, dass pragmatische Ansätze funktionieren können: Räume, die zuvor leer standen, wurden temporär belebt, Menschen fanden Wohnraum, und Gebäude erhielten neue Aufmerksamkeit. Diese Erfolge machen Mut und zeigen, dass Engagement vor Ort konkrete Veränderungen anstoßen kann.

Gleichzeitig wurden im Gespräch die bestehenden Herausforderungen klar benannt. Eine grundlegende Frage bleibt: Wie lässt sich Leerstand überhaupt zuverlässig erfassen? Ohne belastbare Daten sind gezielte Maßnahmen schwer umzusetzen. Hinzu kommt die Aufgabe, den bestehenden Gebäudebestand zu erhalten und sinnvoll weiterzuentwickeln – auch im Sinne von Ressourcenschonung und Klimaschutz. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie Eigentümerinnen und Eigentümer für eine aktive Mitarbeit gewonnen werden können. Oft stehen Unsicherheiten, fehlende Informationen oder emotionale Distanz zu den eigenen Gebäuden einer Nutzung entgegen. Diese Hürden anzusprechen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu nachhaltigen Lösungen.
Der Blick nach vorn war daher ebenso wichtig wie die Analyse des Status quo. Diskutiert wurden verschiedene Lösungsansätze: die Umnutzung von Räumen, die stärkere Bewerbung von Wohnen im Bestand und die Weiterentwicklung des Zwischenwohnen-Programms. Auch die emotionale Bindung an Gebäude spielt eine Rolle – wenn Häuser nicht nur als Besitz, sondern als Teil des Stadtgefüges verstanden werden, wächst die Bereitschaft zur Mitgestaltung. Schließlich wurde deutlich, dass bestehende Förderprogramme überprüft und angepasst werden müssen, um Bestandserhalt und kreative Nutzung besser zu unterstützen. Das Treffen hat gezeigt: Die Herausforderungen sind komplex, aber der gemeinsame Wille zur Veränderung ist da. Darauf lässt sich aufbauen.
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